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Herzlichen Dank an Florentin Hauber für die Freigabe einiger seiner Dias

  •    Die Qualität der Fotos lässt sehr zu wünschen übrig, uns ist das wohl bewusst!
       Wir hatten leider keine Digitalkamera dabei, sondern nur eine popelige Kleinbildpocket. Wenn wir nicht Bild für Bild eingescannt und in Farbe, Kontrast und Brillanz optimiert hätten, wäre das Ergebnis noch miserabler ausgefallen. Wir möchten uns dafür entschuldigen.
       Nächstes mal mit Digitalkamera, is’ klar!

 

 

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Was kann eine Alpenüberquerung bewirken?

Die Überquerung der Alpen mit dem Mountainbike stellt in unserer technisierten und durchorganisierten Welt eine der letzten großen Herausforderungen dar.

Vergleiche lassen sich eigentlich nur mit der Durchquerung eines Dschungels oder einer Wüste ziehen. Im Durchschnitt dauert die Überquerung des Alpenhauptkamms zwischen einer und anderthalb Wochen, je nach Route.

In dieser Zeit wird man mit einigen Entbehrungen und Grenzerfahrungen konfrontiert.

Im Schnitt vierzig, fünfzig Kilometer pro Etappe bergauf, bergab - in Höhenzonen, wo sonst nur Adler, Gemsen und Bergsteiger anzutreffen sind, das stellt hohe Anforderungen an die Kraftausdauer.

Auch die Psyche wird in Extremsituationen (Panne, Unfall, Schlechtwetter) mitunter auf eine harte Probe gestellt.

Es gibt organisierte Transalp-Touren, die das Gepäck und viele Widrigkeiten abnehmen. Wer jedoch etwas auf sich hält, plant eine Alpenüberquerung autonom im Freundeskreis.

Eine Alpenüberquerung im Alleingang zu wagen wäre fahrlässig! Ideal ist eine Gruppe von minimal zwei, maximal fünf Gleichgesinnten. Im Notfall kann in einer Gruppe Hilfe geholt, kann ein Verletzter getragen werden. Die gemeinsamen Erfahrungen und Erlebnisse können eine Gruppe eng zusammenschweißen und Freundschaften vertiefen.

Als Basis der Planung könnte das Buch “Traumtouren Transalp” von Ulrich Stanciu dienen. Stanciu war, neben Andreas Heckmair, einer der ersten, der sich intensiv mit verschiedenen für MTBs tauglichen Alpenrouten von Nord nach Süd befasste. Dem Buch liegt eine CD bei, mittels derer man sich seine individuelle Alpenüberquerung “zusammenklicken” kann.

Der Umgang mit dem Mangel an Bequemlichkeit sowie das Aushalten von Strapazen sind die eigentlichen Herausforderungen einer Alpenüberquerung. Wobei Mangel an Bequemlichkeit schon bedeuten kann, auf das gewohnte Bett zu verzichten oder nicht immer und überall genügend Nahrung zu sich nehmen zu können. Hier erfahren wir hautnah, was alpine Völker seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar seit Jahrtausenden an Entbehrungen auf sich nehmen mussten.

Dass wir auch als “Gruftis” noch mit Jüngeren mithalten können, haben Bernd und ich 2005 bewiesen. Wir möchten reifere Jahrgänge dazu animieren, es auch einmal - entsprechende körperliche Fitness vorausgesetzt - mit einer Transalp zu versuchen!

 

PACKLISTE ALPENÜBERQUERUNG

Bekleidung

Werkzeug

 Badehose
 Socken
 2x T-Shirt
 Funktionsunterhemd
(Lang-/Kurzarm)
 2x Trikot
 kurze (Träger-)Radhose mit Einsatz
 Lauftight zum Drüberziehen
 Windjacke/Fleecejacke Regenjacke
 Regenhose
 Neoprenüberschuhe
 leichten Fleecepulli
 kurze Radhandschuhe
 lange (Langlauf-)Handschuhe
 Bike-Schuhe
 Helm (!)
 Fleecemütze oder Kopftuch
 Badehose
Flip-Flops

Kettenspray (kleine Fl. WD 40)
  Imbus-/Ringschlüssel (6/8/10/12 mm)
besser: Multitool
 Nippelspanner
 Ersatzschlauch
  Flickzeug
 2 m Klebeband
 Kettennietendrücker
  Kabelbinder

Beste Reisezeit: Ende Juni bis Ende August

Ausrüstung/Rad

Hygiene

 Tagesrucksack 30-40 l
 (Kompass-)Wanderkarten
Roadbook (!)
 Sonnen-, Sportbrille
 2 Trinkflaschen
(oder Camelbak im Rucksack)
 Taschenmesser
   Erste Hilfe
(Medikamente, Pflaster, Verbandszeug, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel)
   Spritzschutzblech
(Befestigung an Sattelstütze)
 Luftpumpe (kurz)
 Ersatzspeiche
(am Unterrohr ankleben)
2 Wasserflaschenhalter
 (abnehmbare)
Werkzeug-Satteltasche
Radcomputer
(auf volle Batterien achten)
Batterieleuchten
vorne/hinten (Tunnels!)
 Plastiktüte
 Geld
 EC-Karte
 Pass/Ausweis
 Digitalkamera plus Akkus
 Handy
 

  Ohropax (gegen Schnarcher)
 Duschgel
  Reisezahnbürste
 Zahnpasta (Tubenrest)
  kleines Handtuch
 1 Einwegrasierer
 Sonnencreme
 Melkfett
 Waschmittel: Duschgel
 Nagelschere

 

 Tipps & Tricks

Vor der Transalp

Während der Tour

Gewicht des Rucksacks rigoros beschränken! Jedes Kilo zuviel drückt “mit Folgen für die Männlichkeit” auf den Sattel. Mehr als 8 kg sollten es nicht sein.

Bremsbeläge vor der Abfahrt inspizieren; heruntergefahrene Gummis austauschen

Alle Bowdenzüge überprüfen

Reifen auf Beschädigungen und ausreichend Profil prüfen

Mittels Trainingsfahrten auf die Transalp vorbereiten - es wird kein Zuckerschlecken! Ruhig auch mal eine längere Tour über 60 km einlegen

2 Zurrgurte besorgen (Outdoorladen)
“Zurrgurte sind die beste Erfindung nach dem Rad!” (Zerrintscher)

Zahnpasta, Melkfett, Duschgel, Rasierwasser etc. in Filmdöschen füllen

Das Handy kann eigentlich auch mal zuhause bleiben bzw. ein Handy reicht für die gesamte Gruppe

Die Anschaffung eines Radcomputers ist sinnvoll. Er liefert Informationen über Durchschnittsgeschwindigkeit, Höchstgeschwindigkeit, Gesamt- und Tageskilometer.

Radcomputer auf einer 400-m-Bahn (Stadion) eichen

Fußnägel so kurz wie möglich schneiden

Statt Rasur: Bart wachsen lassen und mit Einweg-Doppelklinge im Zaum halten. Wir wollen doch nicht wie Ötzi in Riva auftauchen?

Wenn ganz rasieren, dann mit Duschgel (funzt!)

Für eine Woche ersetzt ausnahmsweise eine Badehose den Slip.

Sitzleder der (Träger-) Radhose regelmäßig auswaschen und eincremen

Gesäß regelmäßig mit Melkfett “einfetten”

Eine Viertelrolle Klopapier mildert Malaissen!

Socken hatte ich nie im Schuh an, jedoch Neoprenüberschuhe bei Mistwetter. Die haben “Heckeinstieg”, können mitsamt den Schuhen aus- und angezogen werden und halten wunderbar warm

Bei nicht zu starkem Regen: Regenjacke über den Rucksack legen, Zurrgurt durch Ärmel und Kunststoffösen ziehen und auf der Rückseite fixieren

Starkregen: Einheimische fragen, wie lange der wohl anhalten mag; die können das Wetter noch deuten. Alternative: Neopren an die Füße, Regencape über, Augen zu und durch!

Sollten Klamotten und Schuhe nass geworden sein: am Besten trocknet der Fahrtwind.

Bei Pannen: die Alpenvölker sind enorm hilfsbereit. “Bei freundlichem Nachfragen wird Sie sicher geholfen!” (Dank an die Radwerkstatt in Mals/Vinschgau für die prompte Bedienung)

Bike nicht aus den Augen lassen. Evtl. Vorder- oder Hinterrad ausbauen und aufs Zimmer
mitnehmen (Pension)

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DAS MOUNTAINBIKE

Ob Fully oder Hardtail, das ist eine Frage des Geschmacks, des Geldbeutels und der Bequemlichkeit. Ich persönlich bevorzuge das Hardtail ohne Schnickschnack. Was nicht vorhanden ist, kann weder kaputtgehen noch abvibrieren.

Gepäckträger: unnötig. Schutzbleche: weglassen! Was nicht am Rad ist, erzeugt auch kein Gewicht!

Schwerer als 11 kg sollte das Bike nicht sein. Entscheidend ist eine Federgabel. Diese absorbiert Schläge von der Fahrbahn und verhindert eine Weiterleitung der Stöße an Arme und Rückgrat.

Ein in der Mitte geteilter oder mit einer Aussparung versehener Sattel reduziert die Druckbeschwerden im Dammbereich. Langanhaltender Druck erzeugt dort Durchblutungsstörungen mit unangenehmen Taubheitsgefühlen.

Kette, Kettenblätter und Ritzel sollten optimal aufeinander abgestimmt sein. Ein 9-fach-Ritzelpaket von 11 bis 34 Zähnen ist super! Kettenblätter, Ritzel und Kette sollten nicht verschlissen sein (Kettenlänge nachmessen [lassen]).
 

Bowdenzüge schmieren

Dazu Rad auf die Seite legen und WD 40 am gezogenen Bremsgriff (mittels Zurrgurt fixieren) in die Züge laufen lassen.

      T I P P : Falls bei einer Shimano-“Rapid-Fire” ein Schalthebel aufgrund von Verschmutzung immer durchrutschen sollte (Schalten ist nicht mehr möglich!) ... dann nach der kleinen Kunststoffmadenschraube zwischen Hoch- und Runterschalthebel suchen und sie ausschrauben. Danach WD 40 oder Caramba reinspritzen und dabei Schaltbewegungen ausführen. Das wirkt Wunder! Falls die Madenschraube verloren ist, provisorisch Kaugummi reindrücken oder beim Fahrradhändler nach Ersatz fragen.


Hinterradspeichen

Sie sind enormen Zug- und Biegebelastungen ausgesetzt, müssen sie doch das Drehmoment von der Nabe auf den Reifen übertragen. Es gibt unterschiedliche Speichendicken. Die besten Speichen sind aus Edelstahl (von Swiss Spokes oder Prym). Zwei Millimeter Durchmesser sind angebracht.

Umspeichen ist immer dann angesagt, wenn eine Speiche nach der anderen (meist zahnkranzseitig) reißt.       

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Bereifung

Zur Bereifung lässt sich sagen: Stollenprofile (z.B. Conti Vertical Pro) haben sich sehr gut bewährt. Sie sind aufgrund der geringeren Auflagefläche aber auch schneller abgefahren. Kombiprofile sind ebenfalls nicht schlecht, bieten jedoch weniger Traktion in schwierigem Gelände.

Schuhe und Pedalsystem

Die Verbindung zwischen Füßen und Bike stellen Radschuhe und Klickpedalen her. Das Klickpedal ist mit einer Skibindung vergleichbar. Beim Pedalieren kann der Fuss aufgrund der festen Verbindung zwischen Schuh und Pedal die Tretkurbel hinter dem unteren Totpunkt nach oben ziehen und vor dem oberen Totpunkt herunterdrücken. Es geht also weniger Kraft verloren, als wenn man bei jeder Kurbelumdrehung ausschließlich von oben drückte.

Meine (Shimano-) Treter sind nun schon 10 Jahre alt und versehen immer noch ihren Dienst. Sie sehen zwar nicht mehr wie neu aus, aber das Material kann ganz schön was ab. Zwei Alpenüberquerungen haben sie schon hinter sich. Optimal finde ich Klettverschlüsse, weniger Schnürsenkel a) weil erstere schneller zu schließen sind und b) sich nichts in Pedal oder Kette verhaken kann.

Bei Klickpedalen schwöre ich auf die von WELLGO (SPD-System). Die haben mich noch nie im Stich gelassen, sprich, die Füße bei Stürzen immer schnell freigegeben. Und davon gab es einige spektakuläre! Die “Losbrechkraft” lässt sich bei ihnen stufenlos einstellen.

Nachteil ist, dass man mit normalen Schuhen kaum fahren kann. Vielleicht ist ein Kombipedal (SPD/Bärentatze) in manchen Fällen doch die bessere Wahl...
 

Schaltwerk und Umwerfer einstellen

Die Feinjustierungen für Umwerfer und Schaltwerk haben keine Arretierungen, sondern Exzenternocken.

Der vordere Umwerfer wird mittels der Exzenternocken am linken Bremsgriff eingestellt. Der hintere Schaltarm wird mit den Drehnocken des rechten Bremsgriffes justiert.

Diese in Intervallen solange vorwärts oder rückwärts bewegen (z.B. 3 vor, 3 zurück; 2 vor, 2 zurück), bis keine Schleifgeräusche mehr vernehmbar sind. Geübte schaffen das sogar während der Fahrt.
 

Präzisere Anleitung:
www.fahrrad-workshop-sprockhoevel.de/Umwerfer_einstellen.htm
www.fahrrad-workshop-sprockhoevel.de/Schaltung_einstellen_shimano.htm

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Die Bremsen des Mountainbikes...
deine Lebensversicherung!

In die Speichen gerutschte Bremsgummis, gerissene Bowdenzüge: Das Leben kann an einem seidenen Faden hängen!

 

      Folgenden Dialog mit dem Reiseleiter eines MTB-Tourenveranstalters während der Transalp 2005 möchte ich hier wiedergeben.

      “Warum siehst du denn so geknickt aus?” fragte ich den Guide oberhalb von Ischgl Richtung Bodenalpe. - “Wir hatten einen schweren Unfall!” - “Ja, was ist denn passiert?” - “Einem Holländer aus meiner Gruppe, mit eigenem Rad unterwegs, riss bei einer Abfahrt der Bowdenzug. Er landete in einer Fichtenschonung und musste mit dem Rettungshubschrauber rausgeflogen werden. Er hat sehr schwere Verletzungen!” - Danach herrschte auch bei Bernd und mir betretenes Schweigen.

 

Was lehrt uns das? Das MTB muss in technisch einwandfreiem Zustand sein. Hauptaugenmerk sollte auf Bremspads und Bowdenzüge gerichtet sein. Wer unsicher ist, sollte kein Risiko eingehen und das Rad beim Fahrradspezialisten durchchecken lassen. Für den, der es sich zutraut, ist der Wechsel der Bremsbeläge sowie die Feineinstellung der Bremsen leicht zu bewerkstelligen.

Anders sieht es bei den Bowdenzügen aus. Ein Ersatzzug sollte während der Tour immer dabei sein. Und ein Multitool-Werkzeug mit scharfem Seitenschneider zum Ablängen.

 

Feinjustierung von Bremsen und Umwerfern

Dort, wo auf der linken bzw. rechten Lenkerseite die Bremsgriffe in die Außenspiralen übergehen, befinden sich Rändelmuttern. Vor diesen wiederum liegen drehbare Feinjustierungen für die V-Brakes. Die Bowdenzugseile längen sich mit der Zeit - einerseits durch die Zugbelastungen, andererseits durch Wärme und Kälte. Da kommen dann schon mal ein paar Zehntel Millimeter zusammen. Und genau diese bewirken, dass die Kette am Schaltwerk hinten oder am Umwerfer vorne schleift, oder dass die Bremsen Dauerkontakt mit den Felgen bekommen.

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Bremsen justieren

Die gerändelten Kontermuttern lösen, damit die Justierschrauben für die Bremsen vorne und hinten frei drehbar werden. Die Einstellschraube für die Vorderbremse findet sich vor dem linken, die für die Hinterradbremse vor dem rechten Bremsgriff.

Die Justierungen dann soweit nach vorne oder hinten drehen, bis die Bremsbeläge nicht mehr an der Felge schleifen. Die Rändelmuttern danach wieder satt kontern.

Asymmetrisch ziehende Bremsen

Seitlich an den V-Brakes befinden sich Madenschrauben. Durch Verstellen dieser Justierschrauben mit einem ganz kleinen Imbusschlüssel lassen sich die Bremsarme unabhängig voneinander so einstellen, dass beide genau denselben Abstand zur Felge aufweisen. Dabei gilt die Faustformel: rein = raus und raus = rein. Hineindrehen der Madenschraube bewirkt eine Vergrößerung des Abstands zur Felge und umgekehrt.

Präzisere Anleitung:
http://www.fahrrad-workshop-sprockhoevel.de/Bremsen_einst.htm

 

      TIPP: Falls während der Tour etwas fehlen sollte (zum Beispiel am Wochenende), dezent und freundlich bei den Profiveranstaltern nachfragen, die im gleichen Ort, in derselben Pension oder auf der Etappe sind.

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      Pflege der Kette

Häufigster Grund für Ärger mit der Kette sind Quietschen und Schaltträgheit. Beides lässt sich mit Hilfe von “WD 40” beheben. Ich will keine Schleichwerbung betreiben, aber nach jahrelangen Versuchen mit unterschiedlichsten Schmiermitteln, von Motoröl über Silikonspray bis Teflonöl, bin ich bei WD 40 gelandet. Kein Mittel lässt die Kette so lange surrend gleiten wie dieses Wundermittel.

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weiterführender Link:

www.fahrrad-workshop-sprockhoevel.de/MTB_workshop.htm

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