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DAS INTERNET

Einleitung

Das Internet (abgeleitet vom lateinischen “inter” = “zwischen” und dem englischen “net” = “Netz”) ist ein noch vergleichsweise junges, an den Computer gebundenes Medium.

Die erste E-Mail wurde im November/Dezember des Jahres 1971 von deren Erfinder Ray Tomlinson versendet. Damals gab es (in den USA) gerade einmal 6 vernetzte Rechner, verteilt auf verschiedene Universitätsstandorte. Das waren jedoch nicht niedliche Metallkästchen wie heutzutage gewesen, sondern Mainframes, Riesencomputer im Werte von Hunderttausenden von Dollars.

Vom leistungsstarken und schnellen PC der Gegenwart hatte damals noch niemand auch nur die leiseste Ahnung.

Inzwischen, 40 Jahre nach seiner Geburt, hat das Internet einen beispiellosen Siegeszug rund um die Welt angetreten. Und das, was wir heute erleben, ist sicher erst der Anfang!

Das Internet bietet einen Grad der interaktiven Vernetzung von Menschen und Medien, wie es ihn noch nie gegeben hat, seit der Mensch miteinander kommuniziert.

Die kreative Nutzung des Internet bildet mittlerweile - in Verbindung mit der Computertechnologie - neben Lesen, Schreiben und Rechnen eine vierte kulturelle Grundfertigkeit.

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Das Internet ist eine Spielwiese nicht nur für Ehrliche, sondern auch für Hochintelligente mit krimineller Energie, für Extremisten, oder für Perverse. Aus diesem Grunde muss eine Art “Internetpädagogik” etabliert werden, die vor den Gefahren warnt, denen besonders Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind, die sich zumeist naiv und unkritisch des neuen Mediums bedienen.

Seit Jahren mein Credo: Der Umgang mit Computer und Internet muss von den Schulen pädagogisch und fachkompetent begleitet werden!

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Geschichte des World Wide Web

Über die Entstehung des Internet gibt es neben harten Fakten auch viele Mythen. Objektivität ist schwierig herzustellen. Insofern ist auch dieser Versuch, einen Abriss der Geschichte des Internet aufzuschreiben, nicht gegen Irrtümer gefeit.

       

Wie alles begann: ARPANET

Das ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network) wurde ursprünglich im Auftrag der US-Luftwaffe ab 1962 entwickelt und kann als Vorläufer des heutigen Internet betrachtet werden. Das Akronym ARPA, übersetzt etwa ”Projekt-Agentur für Zukunftsweisende Netzwerke”, ist auf den ersten Blick wenig aussagekräftig. Ich vermute, dass dieser Begriff bewusst gewählt wurde, um gegnerische Nachrichtendienste nicht hellhörig zu machen.

Auch wenn an vielen Stellen etwas anderes zu lesen ist, so bin ich dennoch überzeugt, dass mit ARPA ein dezentrales ziviles und militärisches Netzwerk geschaffen werden sollte, um einen potentiellen Nuklearschlag der damaligen UdSSR jedenfalls nachrichtentechnisch zu überleben. So weitsichtig werden die US-amerikanischen Militärs wohl gewesen sein. Welchen Nutzen hätte eine atomare Overkillfähigkeit gehabt, ohne die Möglichkeit, eine vernetzte Informationsinfrastruktur nach dem atomaren GAU weiterverwenden zu können? Im übrigen wird immer wieder betont, dass amerikanische Universitäten im Auftrag des Verteidigungsministeriums (Department Of Defense) forschten (siehe nächster Absatz).

internet-dezentrale-netzstrukturdezentrale Netzstruktur schematisch dargestellt

 

Zunächst waren - im zivilen Bereich - die Rechner mehrerer US-amerikanischer Universitäten, die für das Verteidigungsministerium forschten, miteinander verbunden. Das damals revolutionäre dezentrale Konzept wies bereits die grundlegenden technischen Merkmale des heutigen Internet auf. Die Verbindungen wurden über Telefonleitungen hergestellt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nach wie vor nutzt auch DSL das Telefonnetz, indem die digitale Nutzinformation dem analogen Telefonsignal aufmoduliert wird.

Dezentrale Vernetzung

Die Idee der dezentralen Vernetzung, von Paul Baran (siehe Kasten) 1959 zum erstenmal beschrieben, wurde zunächst vom Pentagon ignoriert, weil die Tragweite der Entwicklung wohl nicht erkannt wurde. Im Jahre 1965 wurde ARPA, mittlerweile in DARPA (Defence Advanced Research Projects Agency Network) umgetauft, im Rahmen des Apollo-Projekts (ein häufig vergessener Aspekt!) erneut aufgegriffen und bis 1969 (Mondlandung Apollo 11!) sowie darüber hinaus weiterentwickelt.

Während sich “ARPA” 1989 auflöste, wurde DARPA stillschweigend weitergeführt und existiert bis zum heutigen Tage.

Anfangs vernetzte das ARPA-Netzwerk lediglich die vier Forschungseinrichtungen Stanford Research Institute, University of Utah, University of California in Los Angeles und die University of California in Santa Barbara, bis immer mehr US-Unis sowie Regierungsadressen hinzu kamen.

(Tabellarische und chronologische Zusammenfassung der Entwicklungen siehe Kasten weiter unten)

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Informationstransport im Internet

Wie gelangt nun die Information von einem Rechner zum nächsten? Das Internet kann man sich wie ein engmaschiges Netz vorstellen. Jeder Rechner bildet einen Teil des “Inter-Netzwerks”. Mehrere Rechner können als Cluster Teilnetze bilden, z. B. die Computer eines großen Betriebes.

Als Datenübertragungsweg dienen - es hört sich veraltet an - immer noch die guten alten Telefonleitungen, die jedoch sukzessive durch viel leistungsfähigere Glasfaserstrecken ersetzt werden. Bis alle Kupferleitungen komplett ausgetauscht sind, werden jedoch noch Jahre ins Land gehen.

Die Information muss speziell aufgearbeitet werden und in korrekter Form vorliegen, damit sie durch die Telefonleitung “passt.” Dazu wird ein “Informationscontainer” (E-Mail, Software, Bild etc.) in kleinere Pakete zerlegt. Jedes dieser Pakete kann nun als selbstständige Einheit innerhalb des Netzwerks verschickt werden. Spezielle Routingprotokolle ermöglichen es jedem Paket, auf ganz verschiedenen Wegen sein Ziel zu erreichen, abhängig von der Leitungsbelegung und der Verkehrsdichte. Falls ein Rechnerknoten ausgefallen sein sollte, nimmt das Paket einfach einen kleinen Umweg. Die Informationspakete werden also “geroutet” und am Ziel wieder in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt. (Siehe auch Absatz “über Kupferdraht ins Internet”).

Mehr zum Thema Routing hier...

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“Geburt” des Internet

Ein genauer Zeitpunkt des Internetstarts kann schlecht festgelegt werden, da erst viele kleine, durchaus private Entwicklungen und Erfindungen gemacht werden mussten (Netzwerkkarte, Übertragungsprotokolle, Netzwerkkabel, Analogmodems usw.), die sich in Summe zu einem großen Ganzen zusammenfügten.

Zudem setzt ein Netz ja auch eine gewisse Zahl von Netzwerkrechnern voraus. Am ehesten lässt sich der Weg zum Internet mit einer Exponentialkurve vergleichen: langsamer, linearer Anstieg, danach rasante Zunahme der Hosts (Netzwerkrechner).

Zum Vergleich: 1984 gab es 1000 Netzwerkrechner (Hosts). 1987 waren es 10.000, 1989 100.000 Hosts. 1992 waren bereits über 1 Million Rechner im Netz. Und heute? In fast jedem deutschen Haushalt steht ein internettauglicher Computer und wird beinahe rund um die Uhr genutzt!

Die ersten “PCs”

Im Jahre 1973 kam der “Alto” von XEROX auf den Markt, mit Maus und Graphischer Benutzeroberfläche. Die Desktop-Icons der heutigen PCs sind übrigens ebenfalls eine XEROX-Entwicklung! Der erste IBM-Computer tauchte sehr viel später (1981) auf, ausgestattet mit einem INTEL 8088-Prozessor als Recheneinheit. Fast hätte IBM, der damalige Computerriese, den Trend verschlafen.

Die Vision, dass einmal jeder Mensch Zugang zu einem “Persönlichen Computer” haben könnte, hatte keiner in den Chefetagen - weder bei IBM, noch bei Digital Equipment, um nur zwei Hersteller von Großrechnern zu nennen. Im Gegenteil: 1943 soll sich der damalige IBM-Chef Thomas Watson zu der Prognose verstiegen haben: “Ich glaube, es gibt einen weltweiten Bedarf an fünf Computern”! Ich frage mich in diesem Zusammenhang öfters, ob universitär ausgebildete Führungskader Top-Positionen wirklich zu Recht besetzen... 

Und sogar noch im Jahre 1977 behauptete Ken Olson, Gründer und Präsident von Digital Equipment: “Es gibt keinen Grund, warum jemand einen Computer zu Hause haben wollte”.

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Bekannte Namen in Verbindung
mit der Entwicklung des Internet

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Name

Funktion

Entwicklung

Jahr

Konrad Zuse
1910 - 1995

Bauingenieur, Unternehmer

Konstruierte mit seiner “Z3” den ersten digitalen, “turingmächtigen”, frei programmierbaren Computer der Welt

1941

Joseph Weizenbaum
1923 - 2008
Deutsch-Amerikaner

Informatiker
und sehr viel später vehementer
Internet-Kritiker

ELIZA-Programm zur Kommunikation zwischen Mensch und Computer

1952 - 1963

Paul Baran
*1926

Techniker bei RAND Corp.

Erfand die Netz-Topologie, also die Grundstruktur des WWW

1959

NASA
Apollo-Programm
Kosten: ca. 120 Mia. US-Dollar (heutiger Wert)
400.000 Mitarbeiter

Mondlandung 1969
 Apollo 11

Miniaturisierung von Computerbauteilen. Spin-Off: völlig neuartige Lösungsansätze auf allen technischen Gebieten

1960 - 1972

Ray Tomlinson
*1941

Computertechniker

erfand die E-Mail und das “@”-Zeichen

1971

“Alto”

erster netzwerkfähiger PC

Firma XEROX
Lampson, McCreight, Thacker

1973

Firma INTEL

Intel 8080
erster Transistor-Mikroprozessor der Welt
8 Bit Datenbus; 64 kB Arbeitsspeicher

Intel 8080

1974

Vinton Cerf
*1943

Informatiker

TCP/IP-Protokoll; Datenübertragungs-Protokoll des Internet

1976 - 1982

Firma Commodore

PC
als Spielekonsole
sehr erfolgreich

Ähnlich dem heutigen Standard-Computer mit Bildschirm, 5 1/4-’’-Diskette, 8 kB RAM-Speicher (!). Anschlüsse u.a. für Maus, Tastatur, Drucker, Scanner

1982

Tim Berners-Lee
*1955

Ingenieur, Softwareentwickler

1) erfindet “html” - Hyper Text Markup Language - 
dtsch.: “Seitenbeschreibungssprach e”
 

2) Zusammen mit Roy Fielding Entwicklung des Übertragungs-protokolls http:// “Hyper Text Transfer Protocol”
 

3) Begründer des World Wide Web

1989

NCSA
Marc Andreessen,
Eric Bina

Programmierer

Programmierten den ersten Internet-Browser “Mosaic”, 1993 fertig für Commodore Amiga, ab 1994 für Microsoft Windows 1.0

ab 1994

Microsoft
Bill Gates, Paul Allen, Stephen Ballmer

Unternehmer

grafisch-intuitiv bedienbares
Betriebssystem Windows 3.1

1993

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Bill Gates, Paul Allen, Stephen Jobs, Steven Wozniak...

Gates, Jobs, Allen und Wozniak können für sich reklamieren, als erste das riesige Potential für Homecomputer erkannt zu haben. Sie haben eigentlich wenig selbst erfunden, sondern - in der Gunst der Stunde - zur richtigen Zeit die passende Soft- und Hardware ein- und dazugekauft.

Weder die Tastenmaus, noch die Icons auf dem Desktop sind proprietäre Entwicklungen von Gates, Jobs oder Wozniak. Die Icons stammten von Rank-XEROX, die Rollkugelmaus wurde von Telefunken 1968 entwickelt (wieder mal eine Gelegenheit verschlafen!). Die US-amerikanische Version der Kugelmaus (XEROX, Palo Alto) erblickte erst 1971 das Licht der Welt.

Was Gates & Co. dagegen gelang, war die Entwicklung des Betriebssystems “Windows”, das, mit der Version 3.1., 1993 auf den Markt kam. “Windows” war das erste Betriebssystem, das grafisch-optisch-intuitiv bedienbar war. Die umständliche und pingelige Kommandozeileneingabe von DOS, eigentlich nur Fachleuten/Wissenschaftlern vorbehalten, hatte ausgedient.

Heute laufen 90 Prozent aller Rechner mit einem Microsoft-Betriebssystem. Der Rest verteilt sich auf Jobs’ Apple-Betriebssystem sowie LINUX von Linus Thorvaldsen.

Die Neiddebatte über Gates’ und Allens Reichtum finde ich reichlich deplaziert. Sie nutzten eben die Gunst der Stunde, stießen in eine Marktlücke, hatten die Vision von Millionen vernetzter Einzelrechner und entwickelten für diese ein Betriebssystem. Andere hatten diese genialen Einfälle dagegen nicht!

Die einzigen, die eine frühere Entwicklung des PCs - von Deutschland aus - hätten einleiten können, wäre ein Konsortium aus Konrad Zuses Firma in Hünfeld, Heinz Nixdorfs Werk in Paderborn und AEG-Telefunken gewesen. Konrad Zuse hätte mit seinem “Plankalkül” sogar schon ein fertiges Betriebssystem anzubieten gehabt. Aber weder Zuse noch Nixdorf hatten die Vision eines “Persönlichen Computers”.

 

      Exkurs: “Wenn die Visionen fehlen...”
      Wie mir beim Besuch des Nixdorf-Museums in Paderborn ein ehemaliger Techniker glaubhaft versicherte, klopfte eines Tages - Mitte der 1970er Jahre - der Vertriebsleiter von Intel an die Tür von Heinz Nixdorf. Er bot Nixdorf nichts Geringeres als die Lizenzproduktion des ersten Halbleiterchips der Welt an, des Intel 8080. Nixdorf erklärte dem verdutzten Verkaufsleiter daraufhin jovial: “Das bauen wir selbst!”.

       

Steven Jobs und Steven Wozniak gründeten 1976 die Firma Apple, Bill Gates ein Jahr früher zusammen mit Paul Allen die Firma Microsoft. Um das Jahr 1985 entstand das erste Microsoft-Betriebssystem Windows 1.0., das sich - stetig weiter entwickelt - heute in der aktuellsten Version als “Windows 7” präsentiert.

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Technische Voraussetzungen
für den Zugang zum Internet

Um ins Internet zu gelangen, benötigen Sie einiges an Hard- und Software.
Hier eine Zusammenstellung in grafischer Form.

Computer

Netzwerkkarte

(WLAN-)Router oder (DSL-) Modem

Telefonanschluss
(TAE-Steckdose)

computert

netzwerkkarte

netgear-router

tae-dose

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Provider, Router, Modem, Switch, Nutzungsvertrag

Um die Segnungen des Internet zu genießen, benötigen Sie - neben einem Telefonanschluss - einen Vertrag mit dem sogenannten “Internet-Service-Provider” (to provide = zur Verfügung stellen; der Provider stellt die Hardware, um ins Internet zu gelangen). Das kann derselbe sein, über den Sie telefonieren, muss es jedoch nicht. Klassische Provider sind T-Com, 1&1, Strato, Tele2 u.a.m.

Ein Router ist nichts anderes als ein Modem, das zusätzlich noch einen Splitter, zwei oder vier Eingänge (Ports), also einen Switch für die entsprechende Anzahl Computer, und einen DHCP-Server aufweist. Somit können mehrere Rechner zur gleichen Zeit ins Netz. Falls die vorhandenen Ports nicht ausreichen, können Sie mittels eines Switches die Anschlusszahl der Rechner erhöhen. Ein WLAN-Router ersetzt die umständliche - jedoch sicherere! - Verkabelung durch eine Funkstrecke. Diese sollte übrigens unbedingt verschlüsselt werden!

Für DSL-Router oder DSL-Modem benötigen Sie Benutzernamen und Kennwort. Manche Provider bilden eine Ausnahme: Sie haben Benutzernamen und Kennwort vorkonfiguriert. Der Zugang ins Internet erfolgt in diesem Falle automatisch mit dem Hochfahren des Rechners.

Mit dem Provider setzen Sie sich auch in Verbindung, falls Sie eine Homepage gestalten wollen. Dazu benötigen sie “Serverkapazitäten” des Providers. Der Provider stellt Festplattenraum zur Verfügung, auf denen Ihre Homepage “gehostet” (verwaltet) wird.

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Über Kupferdraht ins Internet?

So antiquiert es sich anhört - solange die “Letzte Meile”, also die Strecke zwischen Digitaler Ortsvermittlungsstelle und der Telefonbuchse in Ihrem Wohnzimmer, immer noch aus Kupfer besteht, wird sich an dieser Tatsache so schnell nichts ändern. Erst die Glasfaser löst den “Flaschenhals Kupferdraht” auf und eröffnet nie gekannte Surfgeschwindigkeiten. Übertragungskapazitäten von 40 GBit/s und mehr werden in Zukunft technischer Standard sein.

Das Telefonsignal liegt - analog - in Wellenform vor, wie jedem bekannt ist. Der Computer “versteht” jedoch nur “Nullen” und “Einsen”. Mittels Modulation kann dem analogen Signal ein digitales Datenpaket “auf den Rücken geschnallt” und so weitertransportiert werden. Beim Empfänger werden die unterschiedlichen Signalformen mittels Splitter wieder voneinander getrennt (demoduliert). Der Rechner verarbeitet die digitalen Signale weiter. Das Gerät, welches dieses Kunststück vollbringt, nennt sich  M o d e m .

Der Zugang zum Internet kann auch über Satellit oder Kabel erfolgen. Damit möchte ich mich jedoch aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht befassen.


Kein Internet ohne Browser

Surfen im Internet - das läuft erst seit 1994, also seit gerade einmal 16 Jahren, richtig reibungsfrei sogar erst seit etwas mehr als 13 Jahren (Stand: 2010)! Der erste Browser wurde von Marc Andreessen entwickelt (siehe Kasten oben). Ohne Browser (engl. “to browse” = durchsuchen) können keine Internetseiten sichtbar gemacht werden, da die “Sprache des Internet”, der html-Code, interpretiert werden muss. Genau dies leistet der Browser. Im Windows-Umfeld handelt es sich standardmäßig um den “Internet-Explorer”. Der IE ist jedoch häufig Ziel von Hacker-Attacken, mit dem Bestreben, in Ihren Rechner einzudringen, Daten auszuspionieren, sie zu schädigen oder gar zu vernichten.

Die bessere, weil sicherere Alternative, ist der “Firefox”, eine Open-Source-Entwicklung der Mozilla-Foundation. Dieser Browser ist schnell installiert, Einstellungen des Internet-Explorers werden per Mausklick übernommen.

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Hyperlinks (Verweise)

Die Hyperlinks ([Quer-]Verweise, Sprungmarken, Links) sind eine internettypische Entwicklung, die das Arbeiten und Recherchieren im Netz erst so richtig interessant macht. Hinter jedem Link verbirgt sich ein neues Ziel, ein Bild, eine Textstelle, eine Homepage, die angesteuert werden kann. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Informationsdichte vergrößert sich enorm. Der Nachteil: Man kann sich in den Tiefen des Netzes verirren. Überlegen Sie es sich immer bewusst, ob Sie einem Verweis folgen wollen oder nicht.

Kritik am Internet

“Das Internet ist ein großer Misthaufen!” - das sind harte Worte, ausgesprochen von Joseph Weizenbaum (1923 - 2008), einem deutsch-amerikanischen Informatiker mit Berliner Wurzeln. Weizenbaum entwickelte mit ELIZA das erste Computerprogramm, das mit Menschen - scheinbar jedenfalls - kommunizieren konnte. Es beruhte auf logischen Operatoren (und ... oder ... wenn ... dann ... sonst). Zu intuitiven Fragen, Antworten oder Schlussfolgerungen war es (natürlich) nicht in der Lage. Trotzdem wunderte sich Weizenbaum, wie willig und naiv sich Menschen im Laborversuch dieser Software anvertrauten, da sie glaubten, ein echter Mensch säße ihnen gegenüber!

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Datenmissbrauch

Ähnliches ist auch rund um das Internet zu beobachten: Wie viele Menschen stülpen “Facebook” gegenüber nicht ihr Innerstes nach außen? Oder verabreden sich in Kontaktforen sehr schnell mit ihrem virtuellen Gegenüber, ohne überprüfen zu können, ob seine Angaben tatsächlich zutreffen?

Was geschieht mit den Daten? Wer speichert sie in welcher Form und wo? Kann mit ihnen kein Missbrauch getrieben werden? All diese Fragen werden nicht oder nur unzureichend beantwortet.

Online-Banking und “Phishing”

Eine feine Sache, wenn man alle Kontobewegungen von zuhause aus vornehmen kann. Aber was ist, wenn die PIN und/oder die TAN, das sind Sicherheitscodes, durch Umlenken auf eine exakte Kopie der Homepage Ihrer Bank abgefangen werden (“Phishing”)? Zu überlegen wäre, auf Online-Banking ganz zu verzichten und alte Tugenden wieder aufleben zu lassen: Bankgeschäfte zu Fuß zu erledigen.

Kinder im Internet; Werbemails

Beobachten Sie Ihre Kinder, wie diese mit dem Internet umgehen. Falls Sie Zweifel haben, installieren Sie eine Kindersicherungssoftware, je früher, desto besser. Denken sie an die “Ego-Shooter”- und an andere gewaltverherrlichenden Spiele. Ihr Nachwuchs könnte zwar mit Geschrei und Tobsuchtsanfällen reagieren, aber das muss in Kauf genommen werden. Diskutieren Sie mit Ihren Kindern und stellen Sie Regeln im Umgang mit Rechner und Internet auf. Denken Sie auch daran: Der Computer ist nur ein Kommunikationsmittel, und nicht das wichtigste!

Geben Sie möglichst keine persönlichen Daten im Netz weiter. Beantworten Sie keine Werbemails und schützen Sie sich vor Werbemailings durch Bayes’sche SPAM-Filter!

Vertrauen Sie dem Internet auf gar keinen Fall absolut, sondern bewahren Sie kritischen Abstand zu allen Internetdaten und -inhalten. Informieren Sie sich im Online-Lexikon WIKIPEDIA über alles, was Ihnen unklar erscheint.

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Der Fall  G O O G L E

Alle Welt schreit “Zeter und Mordio”, wenn der “Datenkrake” Google auch nur erwähnt wird.

          Warum eigentlich?

        • Ist Google die einzige Suchmaschine? Antwort: NEIN!
        • Gibt es Alternativen zu Google? Antwort: JA!
           

Mit “Metacrawler” und “Metager” gibt es zwei Entwicklungen, die ich wärmstens empfehlen kann. Der Entwicklungschef der Metasuchmaschine “Metager” (Hochschulrechenzentrum Hannover) bestätigte mir gegenüber in einer Mail, dass schon aus Prinzip keinerlei persönliche Daten gespeichert würden. Metasuchmaschinen suchen innerhalb der etablierten Suchmaschinen nach Ergebnissen. Der einzige Nachteil ist, dass die Metasucher eine bis zwei Sekunden länger brauchen, bevor erste Ergebnisse vorliegen. Zu Suchmaschinen siehe auch Kasten unten.

G O O G L E hat nur so viel Macht, wie wir, die Verbraucher, es zulassen. Je mehr User auf alternative Suchmaschinen umsteigen, desto kleiner wird die Marktmacht von Google, und damit der Marktwert. Betrachten Sie das Fiasko um AOL, einer Firma, die noch vor 10 Jahren 185 Milliarden (!) Dollar wert war, dann wissen Sie Bescheid.

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Informations-GAU durch das Internet?

Ertrinken wir bald an Informationen? Wenn es nach Frank Schirrmacher ginge, auf alle Fälle. Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ, hat schon heute Probleme im Umgang mit der Datenflut.

 

    Speicherüberlauf durch das Internet
    oder
    "Mein Kopf kommt nicht mehr mit!”

      “Mir scheint, dass viele Leute gerade merken, welchen Preis wir zahlen. (...) Ich bin unkonzentriert, vergesslich, und mein Hirn gibt jeder Ablenkung nach. Ich lebe ständig mit dem Gefühl, eine Information zu versäumen oder zu vergessen. Und das Schlimmste: Ich weiß noch nicht einmal, ob das, was ich weiß, wichtig ist oder das, was ich vergessen habe, unwichtig (...) Kurzum: Ich werde aufgefressen.”

      Frank Schirrmacher, “Payback”, Blessing 2008

    Wer sich hier so bitterlich über die Informationsschwemme im Internet beklagt, ist kein Geringerer als Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ. In seinem neuen Buch “Payback” listet er unter anderem die negativen Seiten des World Wide Web auf...

    Ich frage mich jedoch, welche Schuld das Internet daran trägt, dass Herr Schirrmacher mit der Informationsfülle des Webs überfordert ist. Wer in einer Universitätsbibliothek oder einer Stadtbücherei die Systematik nicht kennt, unter der die Bücher einsortiert sind, wird sich dort auch nicht zurechtfinden.

    Gilt Gleiches nicht für die Nutzung des Internet?

    Das Internet ist ein enorm schnelles und chaotisches Medium, das sich stetig ausdehnt. Um in dieser Informationsflut nicht zu ertrinken, müssen wir Kriterien entwickeln, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Dies kann eigentlich nur die Schule leisten - doch wo sind die dafür nötigen Computer- und Internetkurse?

    Frank Schirrmacher beklagt sich zurecht, dass die Privatsphäre durch das Internet eingeschränkt wird. Doch niemand wird gezwungen, seine Daten bei Facebook einzustellen oder jede E-Mail zu beantworten, und kein User muss jedem Hyperlink blindlings folgen. All das setzt eine innere Reife und eine gewisse Souveränität im Umgang mit dem Medium Internet voraus!

    Ein Journalist sollte gewissenhaft recherchieren. Dabei könnte er sich sogar des Internets bedienen. Frank Schirrmacher führt Alan Turing als Erfinder des Computers an. Falsch! Richtig ist, dass Turing als Theoretischer Informatiker nur einer von vielen Pionieren auf dem Weg zum heutigen PC war. Vinton G. Cerf war nicht “Erfinder des Internet”, sondern entwickelte dessen Übertragungsprotokolle. Ray Tomlinson sendete die erste elektronische Mail und kreierte das “@”-Zeichen. Tim Berners-Lee hingegen erfand die Textauszeichnungssprache ”html” sowie die “Hyperlinks” - zwei Basiserfindungen, ohne die das World Wide Web nicht diesen durchschlagenden Erfolg hätte.

    Nicht Alan Turing, sondern Konrad ZUSE gilt als international anerkannter Erfinder des Computers. Konrad Zuses erster elektromechanischer Digitalrechner Z1 lief bereits 1936/37, als die Amis noch Röhren-Dezimalrechner in Zimmergröße mit dem Energieverbrauch einer Reihenhaussiedlung zusammensetzten. Auch das hätte Frank Schirrmacher wissen können - er war nur einen Mausklick von WIKIPEDIA entfernt!

    Frank Schirrmachers ebenso unkritischer wie nervender Proamerikanismus - alle zivilisatorischen Errungenschaften scheinen ihre Wiege in den USA zu haben - gipfelt darin, dass er einen “Internet-Star” namens Bob Cringely (www.cringely.com) zitiert, dessen exaltierte Tochter Echo (sic!) nervenderweise hunderte von SMS pro Tag versendet. Seltsam - bis dato hatte ich von der Existenz dieses “Stars” keine Ahnung, und das ist mit Blick auf dessen Homepage auch gut so. In diesem Punkt hat die Bildungslücke durchaus ihre Existenzberechtigung!

    Dass Frank Schirrmacher sich beinahe existentiell von der Suchmaschine GOOGLE abhängig macht, ist lächerlich. Es gibt hervorragende Alternativen zu Google. Eine der besten nennt sich ”Metager” und stammt aus dem Uni-Rechenzentrum Hannover (siehe Kasten links in der Navileiste).

    Indirekt, und dies als positives Resumé, betrachte ich Schirrmachers kokette Kapitulation vor der Informationsflut als Aufruf an alle Bildungsverantwortlichen, Computer- und Internetnutzung endlich in die Curricula aufzunehmen und mit Nachdruck in den Schulen umzusetzen.

© 2009 by Harald Zähringer

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In der Tat: Der Umgang mit einer solch gewaltigen und chaotischen Datenflut, wie sie das Netz bietet, will gelernt sein. Wichtiges muss von Unwichtigem unterschieden werden. Damit ist der Mensch - als Quereinsteiger ins Internet - meines Erachtens in der Regel überfordert. Das ist nichts Ungewöhnliches! Stellen Sie sich vor, Sie stünden in einer Riesenbibliothek mit Millionen von Bänden. Da benötigten Sie auch eine Systematik oder die Hilfe einer bibliothekarischen Fachkraft.

Um Abhilfe zu schaffen, muss pädagogische Kompetenz herangeführt, “Computerpädagogik” als Lehrfach an den Universitäten etabliert werden. Der Umgang mit dem Internet muss in den Schulen und kann nicht zu Hause vermittelt werden.

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(wird weiter aktualisiert)

 

 04/2010

© 2005 - 2010 by edv-zaehringer.de