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VOR 40 JAHREN

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Neil Armstrong

Michael Collins

Buzz Aldrin

 

Start Apollo 11 - Ultrazeitlupe 

Start Apollo 12 - Ultrazeitlupe

(Hinweis: Die Schallspitzen könnten
 Ihre Lautsprecher beschädigen)

Dauer 3:31 min

Dauer 6:12 min

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saturn-5-nachtaufnahmesaturn-5-nachtaufnahme

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Hinweis

Ich beabsichtige nicht, die gesamte Apollo-Mission aufzuarbeiten. Das haben andere [1] besser und gründlicher geleistet.

Im Mittelpunkt soll die Mission von Apollo 11 stehen. Erstens, weil ich am 21. Juli 1969 morgens um 3:56 Uhr MEZ vor dem Bildschirm alles hautnah miterlebte. Zweitens, weil ich damals mit 14 Jahren im Gymnasium Schramberg im Physikunterricht, zusammen mit Peter Heinrich, eine Multimedia-Präsentation zu diesem Thema hielt, und drittens, weil mich Raketen- und Luftfahrttechnik bis heute fasziniert.

[1] Bernd Leitenberger  http://www.bernd-leitenberger.de/saturn-geschichte.shtml

 

Die Saturn-V

Sie war die größte Weltraumrakete, die jemals gebaut wurde. 110 m hoch. 2.935 Tonnen schwer. Startschub: 33.589 kN (ca. 3.416 to), das entspricht etwa 3,6 Millionen PS.

Eine (!) Tonne Kerosin und Sauerstoff verbrannte die erste Stufe pro Sekunde. Die zweite und dritte Stufe bezogen ihre Schubkraft aus kryogenem Wasserstoff und Sauerstoff.

Nach 60 Sekunden wurde die Schallmauer durchbrochen. Achtfache Schallgeschwindigkeit erreichte die Rakete in der Stratosphäre.

Ein Monstrum! Ein Ungetüm! Eine Höllenmaschine!

Ein Mensch wäre glatt zerrissen worden, wenn er sich beim Start in unmittelbarer Umgebung der Rakete aufgehalten hätte. Der Schalldruck erreichte 168 dB. Zum Vergleich: die CD gibt eine Dynamik bis 110 dB wieder. Allein die akustische Energie beim Start betrug 500 Megawatt.

Die Vibrationen beim Start, so schildern es ehemalige Astronauten, waren so gewaltig, dass sie die Instrumente nicht mehr ablesen konnten. Seismische Erschütterungen wurden noch in 2000 km Entfernung aufgezeichnet.

Eine leise Ahnung von der “akustischen Brutalität” des Startvorganges sowie der Tests in White Sands vermitteln die folgenden Filmsequenzen.

 

Start einer Saturn-V
Dantes Inferno
!

[1:19]

Raketentests
in White Sands

[9:30]

Start Apollo 11 Anzeige der
telemetrischen Daten

[3:31]

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Hinweis: Falls Sie die Aufnahmen über eine 5.1-Subwooferanlage hören, bitte pirschen Sie sich langsam an die tiefen Frequenzen heran, sonst fliegen Ihnen die Fensterscheiben aus den Rahmen. Den enormen Schalldruck spüren Sie, wenn Sie die Hand an die Kompensationsöffnung der Bassreflexbox halten.

Entwicklung und Planung Saturn-V: Dr. Wernher von Braun und Teile seines ehemaligen Stabes aus Peenemünde (Jesko von Puttkamer, Hermann Oberth, Kurt Debus, Ernst Stuhlinger u.a.) 

 

Die bemannten Mondlandungen im Überblick

 

Mission

von...

 bis...

Besonderheiten

Links

 

Apollo 11

16.7.1969

23.7.1969

Im Prinzip reibungsloser Verlauf; Lunar Module hatte bei der Landung im Mare Tranquilitatis nur noch für wenige Sekunden Hydrazin im Tank; alle drei Lagekontrollrechner waren ausgefallen (!)

Startvorbereitungen und Start

Apollo 12

14.11.1969

24.11.69

31 Stunden auf dem Mond; Start in Super-Ultrazeitlupe

Link bei Youtube

Apollo 13

11.04.1970

17.04.1970

Die Beinahe-Katastrophe:
Explosion einer Lithium-Brennstoffzelle
im Mutterschiff

Trailer “Apollo 13”

Link bei Youtube

Apollo 14

31.01.1971

09.02.1971

Golfspiel auf dem Mond

Link bei Youtube

Apollo 15

26.07.1971

31.07.1971

Landeabstieg zur Mondoberfläche

Link bei Youtube

Apollo 16

16.04.1972

27.04.1972

Erkundung der Landestelle

Link bei Youtube

Apollo 17

07.12.1972

19.12.1972

Verschiedene Experimente; Mondexploration
letzte Mondlandung.
Ende der bemannten Mondmissionen

Link bei Youtube

Triebwerktests
(ca.10 min)

 

 

die gewaltigen
F-1-Triebwerke im Testlauf

Link bei Youtube

Saturn-V Start
Super-Ultrazeitlupe

 

 

Achtung!!! an die
Lautsprecher denken!

Link bei Youtube

  http://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_Mond-Missionen 

 

Was hat das Apollo-Projekt mit Computern zu tun?

 

Ohne Apolloprojekt hätte es in der kurzen Zeit von zehn Jahren nach Ausrufung des Programms durch John F. Kennedy niemals die umfangreichen Forschungen auf allen naturwissenschaftlich-technischen Gebieten gegeben, deren Spin-Off-Effekte letztlich auch die Miniaturisierung der Computerbauteile in der heutigen Form darstellen. 

Die Projektdaten wurden in Huntsville und Houston zwar immer noch in riesigen Computern, den “Mainframes”, auf Bändern gespeichert. Doch elektronische Schaltungen, Transistoren und andere Funktionsteile wurden immer weiter verkleinert, weil die NASA Gewicht sparen musste: Jedes Kilogramm Nutzlast in den Orbit zu hieven kostete Unsummen.

Der Computer jedoch, der PC, wie wir ihn heute kennen, war in seiner Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit damals noch nicht einmal zu erahnen.

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Die ersten transatlantischen Live-Übertragungen
In den ARD- und ZDF-Studios - damals wie heute legendär!

 

Sie prägten meine wissenschaftliche Neugier...

apollo11-ard-zdf-studiocrew

    alle Erwähnten sind inzwischen leider verstorben.

     In Erinnerung an...

Ernst von Khuon

Ruhig, sachlich, eloquent. Ein Humanist am Mikro. Er trennte die Spreu vom Weizen, schied Wichtiges von Belanglosem. Schwafeln gab’s nicht. Nur Gesichertes und Untermauertes kam in den Äther.
 

Dr. Günter Siefarth

Sachlich, aristokratisch, kompetent. Der Gentleman unter den Reportern.
 

Prof. Heinz Haber

Der Medienpädagoge par excellence! Haber hatte in den 1960er Jahren direkten Kontakt mit Wernher von Braun. Er konnte präzise und plastisch erklären. Jeder sollte komplizierteste Vorgänge nachvollziehen können! Ruhig und sachlich im Ton. Sehr “väterlicher” Typus.
 

Werner Büdeler

Wenn die Bildleitungen zusammenbrachen, wenn alles im Chaos zu versinken drohte, dann war Büdeler der Fels in der Brandung. Er berichtete aus der Höhle des Löwen, aus Huntsville und Houston. Ihn konnte nichts schocken, er war nicht aus der Fassung zu bringen. Seine Telefonreportagen ersetzten die Bilder, aber locker!
 

Dr. Heinrich Schiemann

Wenn einer Ahnung hatte, dann er als promovierter Luftfahrtingenieur. Zusammen mit den Zuschauern kroch er in die Raketen hinein und berichtete von innen! Sehr smarter und eloquenter Typ. Manchmal übertrieb er es aber auch, indem er die Live-Bilder, die ja gerade das “Salz in der Suppe” waren, mit eigenen Texten zu toppen versuchte. Trotzdem - Schiemann war mein Favorit!

 

Die Studiotechnik

Das Fernsehstudio: spartanisch ausgestattet. Auf dem Tisch statt eines Laptops, an das noch nicht einmal zu denken war, zwei graue Telefone mit geflochtenen Kabeln. Kein Beamer, sondern ein OH-Projektor warf das Konterfei Werner Büdelers während der Telefonkonferenzen an die Wand. Es gab keine Animationen, sondern Trickfilme, und die wurden ohne Hintergrundmusik oder sonstigen überflüssigen Schnickschnack präsentiert. Mit Magnetmodellen wurden Bewegungen des Apollo-Mutterschiffs bzw. des Landemoduls an einer Tafel nachvollzogen.

Die Liveschaltungen zu Werner Büdeler nach Houston oder Huntsville sind immer wieder durch technische Pannen unterbrochen worden.

Trotzdem: die Begeisterung kannte keine Grenzen! Nicht jeder hatte damals einen Fernseher zuhause stehen. Das kann sich heute keiner mehr vorstellen! Die Pechvögel ohne “Glotze” stellten sich vor Radiogeschäften auf, wo in den Schaufenstern die Flimmerkisten heiß liefen. Die Straßen waren wie leergefegt. Alle fieberten mit den Astronauten.

In den Studios diskutierte man währenddessen allen Ernstes die Möglichkeit, speziell und ausgerechnet Yttrium (!) auf dem Mond zu schürfen und zur Erde zu verfrachten.

Die Kosten dafür interessierten niemanden!

 

“THE EAGLE HAS LANDED!”

apollo-11_eagle

Apollo 11
Start der Saturn 5
und Landung auf der Mondoberfläche [9:04 min]

top

 

Kritische Reflexionen

Wenn man überlegt, was rund um das Apollo-Projekt alles hätte schiefgehen können, und auch tatsächlich schiefgelaufen ist, dann erscheint es heute, 40 bis 50 Jahre später, noch viel bewundernswerter, was die Entwicklungsteams um Wernher von Braun geleistet haben, und die Landung auf dem Mond mutet an wie ein Märchen aus 1001 Nacht.

Alle 19 Starts der Saturn-Raketen (Saturn-I-B und Saturn-V) waren erfolgreich verlaufen - angesichts der Komplexität dieser technischen Monster (die Apollo-Rakete bestand aus sechs Millionen Einzelteilen) kann man schon von einem Wunder sprechen.

Die Sowjets hatten weniger Glück: Die ersten vier N1-Raketen, das Pendant zur Saturn-V, explodierten auf der Startrampe oder mussten während der Aufstiegsphase gesprengt werden.

(siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/N1_(Rakete).

Eines sollte jedoch deutlich festgehalten werden: Ohne die Vorarbeiten des deutschen mittleren und oberen Managements aus Peenemünde hätte es weder das Apollo-Projekt der USA, noch das Raumfahrtprogramm der damaligen UdSSR gegeben.

Der Stab um Wernher von Braun als Chefingenieur hatte Ende der 1940er Jahre nach Angaben von Boris Tschertok (sowjetischer Raketentechniker unter Sergej Koroljow) einen technologischen Vorsprung von 25 Jahren im Raketenbau herausgearbeitet.

Allerdings hüte man sich vor ungezügeltem Pathos! Die in Deutschland gelegten Grundlagen des bemannten Raumfluges bezahlten unzählige Zwangsarbeiter mit ihrem Leben. Sie wurden durch Arbeit regelrecht hingerichtet. Auch daran sollten wir Deutschen rückblickend und kritisch nachdenken!

An dieser Stelle verurteile ich die unkritische Haltung der gesamten V2-Führungscrew gegenüber dem NS-Regime. Keiner aus ihr hatte den Mut, sich dem Nazi-Wahn offen entgegenzustellen, auch Wernher von Braun und Kurt Debus nicht, die in Huntsville und auch später noch ihre SS-Mitgliedschaft einfach ignorierten oder als “Sachzwang” exculpierten.

Mag Wernher von Braun noch so smart, charismatisch und visionär gewesen sein - er hatte die Zustände in Nordhausen/Mittelbau Dora und Peenemünde stillschweigend hingenommen und damit Blut an seinen Händen.

 

 

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Stand 20.07.09, aktualisiert 26.4.2010

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